Dritter Hessischer Integrationsmonitor

Arbeit & SozialesBildung & SchuleFamilie & KinderGesellschaftIntegration20. Januar 2016

  • Maßnahmen und Projekte unter FDP-Ressortverantwortung haben sich bewährt
  • Handlungsbedarf bei frühkindlicher und schulischer Bildung
  • WIESBADEN – Die Daten des neuen Integrationsmonitors belegen einmal mehr, welchen Stellenwert das Erlernen der deutschen Sprache und ein Schulabschluss für eine gelingende Integration junger Menschen in unsere Gesellschaft aufweisen, erklärte René ROCK, sozialpolitischer Sprecher der FDP-Fraktion im Hessischen Landtag: „Die zahlreichen in der Zeit der schwarz-gelben Regierungskoalition erarbeiteten Integrationsmaßnahmen und Projekte haben sich bewährt und zu schnellen Erfolgen geführt. Dass im Jahr 2014 bereits über 90 Prozent der Kinder mit Migrationshintergrund im Alter zwischen 3 und 6 Jahren eine Kindertagesstätte besuchten, kann man als sehr erfreuliche Entwicklung bezeichnen. Frühkindlicher Spracherwerb und Bildung auf einem qualitativ hohen Niveau sind die beste Investition, die unser Land zur Integration der vielen Flüchtlingskinder leisten kann. Bereits heute hat jedes zweite Kind, das eine Kita besucht, einen Migrationshintergrund. Angesichts der vielen Flüchtlingskinder, die Hessen aufnimmt, stellt sich die Aufgabe einer fundierten frühkindlichen Bildung noch einmal in besonderer Weise.“

    Weiter erklärte Rock:

    „Handlungsbedarf sehen wir in gleicher Weise auch im Bereich der schulischen Bildung. Um zu verhindern, dass sich der Anteil von fast fünf Prozent der Kinder mit Migrationshintergrund, die die Schule ohne jeden Abschluss verlassen, künftig vergrößert, ist die Landesregierung aus unserer Sicht aufgefordert, hier für eine besonders gute Ausstattung an Lehrkräften zu sorgen. Jede zusätzliche Stunde Sprachförderung und jede zusätzliche Aufnahme lernbereiter junger Flüchtlinge an unseren Schulen, auch wenn sie die Altersgrenze für die Teilnahme am Unterricht überschritten haben, wird sich am Ende auszahlen – für den jungen Menschen wie auch für unsere Gesellschaft.

    Das Gleiche gilt natürlich auch für diejenigen, die als Erwachsene zu uns kommen. Es fällt auf, dass die Erwerbstätigkeit von Frauen mit Migrationshintergrund mit 58,2 Prozent noch vergleichsweise niedrig ausfällt. Auch hier müssen wir unseren Blick auf die aktuelle Situation richten und daraus den Schluss ziehen, dass wir diese Frauen besonders fördern müssen. Das bedeutet, dass den Bereichen, in denen die Datenlage bis 2013/14 zeigt, dass Defizite erkennbar sind, eine besondere Aufmerksamkeit zukommen muss. Denn der Zuwachs an Flüchtlingen wird dieses Defizit vergrößern. Ich möchte daher nochmals meinen Appell an die Landesregierung wiederholen, Spracherwerb und Bildung als das wichtigste Handlungsfeld zu betrachten und auch mit den entsprechenden Mitteln auszustatten – eine bessere Investition zur Integration dieser Menschen und in die Zukunft unserer Gesellschaft gibt es nicht.“