FDP bringt weiteres Gesetz zur Verbesserung der frühkindlichen Bildung ein

Arbeit & SozialesBildung & SchuleFamilie & KinderGesellschaft17. April 2018

  • Betreuungsschlüssel in Kitas verbessern
  • Bessere Rahmenbedingungen für Erzieherinnen und Erzieher
  • Starkes Fundament für positive Weiterentwicklung der Gesellschaft

Die FDP-Fraktion wird in der kommenden Woche einen dritten Gesetzentwurf zur frühkindlichen Bildung in den Landtag einbringen. Mit diesem Gesetz und einem Begleitantrag sollen die Rahmenbedingungen und die Qualität der Betreuung von Kindern bis sechs Jahren verbessert werden. 93 Prozent der bis zu Sechsjährigen in Hessen besuchen eine Kita, ein Drittel von ihnen mehr als 45 Stunden die Woche, ein weiteres Fünftel mehr als 30 Stunden. Im Zentrum der Gesetzesinitiative steht eine Verbesserung des Schlüssels Fachkraft-Kind, sodass sich die Erzieherinnen und Erzieher mehr als bisher dem einzelnen Kind zuwenden können. Der Fraktionsvorsitzende René ROCK stellte die Initiative am Dienstag in Wiesbaden vor. In zwei vorausgegangenen Gesetzesentwürfen war es darum gegangen, die Position der Eltern zu stärken: zum einen durch einen Landeselternrat, zum anderen durch die Freiheit der Wahl der Kita durch die Eltern.

Der Ausbau in Krippen und Kindergärten und die Qualitätsverbesserung erfordern zusätzliche Fachkräfte. Bislang sind in Hessen rund 60.000 Erzieherinnen und Erzieher tätig, sie leisten eine  sehr gute und unverzichtbare Arbeit. Es fehlen aktuell rund 7000 Fachkräfte, wenn die Zahl der Betreuer in den Gruppen erhöht werden soll, wie es die FDP will. Die benötigten zusätzlichen Fachkräfte sollen in den kommenden Jahren durch ein Bündel von Maßnahmen gewonnen werden. „Dazu gehören unter anderem eine Evaluation der Ausbildung an Fachschulen, eine in die Praxis integrierte Teilzeitausbildung (PIT), berufsbegleitende vergütete Ausbildungsgänge und berufsbegleitende Studienangebote“, sagte Rock.

Weitere Qualitätsverbesserungen sollen laut Gesetzesvorschlag erreicht werden durch eine Freistellung der Kita-Leitungen, durch pädagogische Vorbereitungszeiten, durch zusätzliche Angebote wie beispielsweise musikalische Früherziehung und durch eine qualifizierte Schulvorbereitung, um den Übergang von Kita zur Schule besser zu gestalten.

Die Mehrkosten für diese Maßnahmen bezifferte Rock auf rund 750 Millionen Euro pro Jahr ab der Endausbaustufe des Konzepts 2024. Bis dahin sollen die einzelnen Maßnahmen nach und nach greifen und das zusätzliche Personal ausgebildet und eingestellt sein. „Die Mittel dazu kommen aus Umschichten im Sozialetat, aus der Qualitätsoffensive des Bundes für Kitas und die Kindertagespflege sowie aus der Reform des Länderfinanzausgleichs“, sagte Rock und ergänzte: „Unser Vorschlag ist solide finanziert. Wir stellen damit das Kind und seine bestmögliche Förderung in den Mittelpunkt unserer Politik und schaffen damit ein starkes Fundament für eine positive Weiterentwicklung unserer Gesellschaft und unseres Landes.“ Der FDP-Fraktionsvorsitzende betonte die Bedeutung dieses Themas für die Landespolitik insgesamt: „Wer die Freien Demokraten nach dem 28. Oktober in eine Regierungskoalition holen will, muss bereit sein zu dieser signifikanten Verbesserung der frühkindlichen Bildung in Hessen.“