Im Gespräch mit der BARMER Landesvertretung Hessen

Gesundheit22. März 2019

Qualität im Gesundheitssystem vom Menschen her denken

  • René ROCK, Vorsitzender der FDP-Fraktion im Hessischen Landtag, besucht Landesvertretung Hessen der BARMER Kranken- und Pflegeversicherung in Frankfurt am Main
  • Höhere Qualität durch strukturelle Grundversorgung und Spezialisierung
  • Prävention, Ambulanz und Krankenhauslandschaft sektorenübergreifend gestalten

FRANKFURT AM MAIN – Im Gespräch mit dem Geschäftsführer der BARMER Landesvertretung in Hessen, Norbert F. Sudhoff, hat René ROCK, Vorsitzender der FDP-Fraktion im Hessischen Landtag, eine engagierte politische Arbeit der Freien Demokraten zugunsten einer umfassenden gesundheitlichen Strukturversorgung in Hessen, insbesondere im ländlichen Raum angekündigt. Dabei war er sich mit Landesgeschäftsführer Sudhoff einig, dass Politik, Versicherungen und Medizin die medizinische Versorgung in Zukunft von der Gesundheit der Menschen und Versicherten aus denken und gestalten müssen. Mit spezialisierten Krankenhäusern, einer sektorenübergreifenden, digital vernetzten ambulanten Versorgung und gezielten Präventionsprogrammen könne viel mehr für die Bürgerinnen und Bürger Hessens erreicht werden als durch das Festhalten an Kreisgrenzen und deren Strukturen.

„Es ist aus der Sicht der Freien Demokraten höchste Zeit, angesichts der medizinischen Fortschritte und der damit verbundenen notwendigen besonderen Fachkenntnisse sowie der anhaltenden Veränderung der strukturellen und demografischen Rahmenbedingungen die gesundheitliche Versorgung in Hessen so optimal zu gestalten, dass die beste Prävention und die beste Medizin dem entsprechen, was die Menschen wollen und brauchen“, sagte Rock. „Das fängt mit den Möglichkeiten der Digitalisierung von Informationen und Abläufen sowie der Telemedizin an und endet mit spezialisierten Krankenhäusern, in denen die gesamte Expertise für bestimmte Behandlungen konzentriert ist.“

„Ich kann die Forderungen der BARMER Kranken- und Pflegeversicherung nach einer sektorenübergreifenden Grundversorgung, die nicht an der Kreisgrenze halt macht, sondern die Medizin strategisch und inhaltlich vernetzt, gut nachvollziehen“, unterstrich Rock. „Ebenso stimme ich zu, dass wir, wie in anderen Ländern auch, eine bessere und zentral gesteuerte Notfallversorgung brauchen. Und: Behandlung und Heilung sind komplex geworden, deshalb ist es sinnvoll, medizinische Fachgebiete in bestimmten Krankenhäusern zu konzentrieren. Nicht jedes Krankenhaus kann für jeden Fall und jede Krankheit heute noch hochspezialisiertes Wissen und chirurgisches Können bereithalten.“

„Wenn wir uns frei machen vom problembehafteten Krankheitsdenken und lokalen Befindlichkeiten und stattdessen von der Gesundheit des Menschen aus denken, dann können wir Prävention, ambulante Grundversorgung und Krankenhäuser in Stadt und Land neu strukturieren und dafür sorgen, dass auf der einen Seite Überkapazitäten abgebaut und auf der anderen Seite neu investiert wird“, so Rock. „Kurz: Gesundheit muss aus einem Guss betrachtet werden. Wir brauchen eine völlig neue Vernetzung der unterschiedlichen Versorgungsbereiche und eine Leistungsplanung, statt der bisherigen Kapazitätsplanung, um eine bedarfsgerechte und kontinuierliche Behandlung zu gewährleisten. Das können wir in kleinen Schritten zügig angehen und dabei die Wirtschaftlichkeit und Zukunftsfähigkeit immer wieder überprüfen. Wie kann ich die beste Qualität bei Gesundheit, medizinischer Versorgung und Pflege erhalten, wie verbinde ich effiziente Grundversorgung mit fokussierter Spezialisierung, darum muss es dem Staat gehen, nicht um isoliert arbeitende Kreiseinrichtungen. Dafür müssen wir auch die Entscheidungsträger in den Kreisen gewinnen.“