Kita-Tour in Bad Zwesten, Homberg (Efze) und Melsungen

Arbeit & SozialesBildung & SchuleFamilie & KinderGesellschaft11. Mai 2018

Hessens Kitas als Bildungseinrichtungen wahrnehmen und etablieren

  • René Rock, Vorsitzender der FDP-Fraktion im Hessischen Landtag, und Wiebke Knell, MdL, Vorsitzende der FDP-Kreistagsfraktion Schwalm-Eder, besuchen Kitas in Bad Zwesten, Homberg (Efze) und Melsungen
  • Zeit, qualifiziertes Personal, hochwertige Pädagogik und ausreichender Platz für frühkindliche Bildung entscheidend
  • Chancengerechte Bildung kommt nicht ohne Budget aus

BAD ZWESTEN/HOMBERG/MELSUNGEN  – René Rock, Vorsitzender der FDP-Fraktion im Hessischen Landtag, und Wiebke Knell, Mitglied des Hessischen Landtags und Vorsitzende der FDP-Kreistagsfraktion im Schwalm-Eder-Kreis, haben am 4. Mai 2018 zusammen mit örtlichen FDP-Vertretern die städtische Kindertagesstätte „Welt-Entdecker“ in Bad Zwesten, die Kindertagesstätte der Arbeiterwohlfahrt „Altstadt“ in Homberg (Efze) sowie die evangelische Kindertagesstätte „am Kutschengraben“ in Melsungen besucht.

In allen drei Einrichtungen erkundigten sich Rock und Knell in Gesprächen mit der Kita-Leitung nach den gegenwärtigen Herausforderungen. Rock erläuterte das zentrale Anliegen der Freien Demokraten, die frühkindliche Bildung in Hessen auszubauen. „Frühkindliche Bildung bedeutet Chancengerechtigkeit, deshalb wollen wir sie stärken und  alles dafür tun, dass Kitaplätze, Personal, Räumlichkeiten, Qualifizierung und Arbeitsmittel ausreichend und in hoher Qualität endlich in Hessen Realität werden. Die FDP-Fraktion hat dafür fünf Gesetzesentwürfe formuliert, die teilweise bereits in den Hessischen Landtag eingebracht wurden“, sagte Rock:

1.      „Wir werden die Eltern und die Partnerschaft zwischen Eltern und Kitas stärken. Wenn es einen Landeselternbeirat für Kitas gibt und Eltern für die Bedeutung frühkindlicher Bildung sensibilisiert sind, dann haben Eltern viel mehr Gewicht in der politischen Debatte.

2.      Wir wollen Eltern und Kommunen dabei unterstützen, die Kinder in der Nähe des Arbeits-ortes der Eltern unterzubringen. Das Land zahlt dann eine Pauschale an jene Kommunen, die Kinder aus anderen Kommunen aufnehmen. Diese ‚Wahlfreiheit‘ ist besonders auch für Alleinerziehende wichtig.“

3.      Zu unserer Qualitätsoffensive gehört auch eine Qualitätspauschale für die Kitas, damit diese selbst entscheiden können, wie sie ihre Ressourcen einsetzen.

4.      Wir wollen einen Prozess anschieben, der die Freistellung der Kita-Leitung und die Vorbereitungszeit von Erzieherinnen und Erziehern erleichtert und ausbaut. Wir brauchen attraktivere Arbeitsbedingungen und einen neuen Ausbildungsansatz, der es ermöglicht, von Anfang an auch Geld zu verdienen.

5.      Der Übergang von der Kita zur Schule soll durch eine Weiterführung der „Qualifizierten Schulvorbereitung“ (QSV) erleichtert werden.“

Knell zeigte sich beeindruckt, wie kreativ und mit welchem Engagement sich die jeweiligen Kitas in enger Zusammenarbeit mit den Trägern, der Kommune und den Eltern dafür einsetzen, das Beste für die ihnen anvertrauten Kinder zu erreichen. „Da haben wir die Kita ‚Welt-Entdecker‘, die zusammen mit Bad Zwesten intensiv ausbaut und für Programme wie das ‚Haus der kleinen Forscher‘, als hessischer Bewegungskindergarten oder für das KISS-Sprachsiegel ausgezeichnet wurde. Oder die AWO-Kita ‚Altstadt‘, die sehr bewusst mitten in der Altstadt von Homberg mit großen Umbaumaßnahmen sich als Integrationspunkt und lebendiger Bildungsort mitten im Geschehen positioniert. Und da ist die evangelische Kita am Kutschengraben in Melsungen, die modernste Räumlichkeiten und eine Vielfalt von Angeboten mit der Möglichkeit von Glaubenserfahrung und wertvollen Traditionen verbindet“, berichtete Knell.

Alle drei Einrichtungen benannten den Mangel an Kitaplätzen und die damit verbundenen Ausbaukosten als  größte aktuelle Herausforderung, gefolgt von der Notwendigkeit, ausreichend qualifiziertes Fachpersonal zu finden, um so Kinder liebevoll zugewandt und an ihren individuellen Bedürfnissen orientiert zu betreuen und in ihrer Entwicklung zu begleiten. Eine verbindliche Entwicklungsdiagnostik, Integration, Sprach-, Lese- und Medienkompetenz sowie ein gelungener Übergang von Kita zur Schule waren weitere Themen. „Genau deshalb sind wir hier“, unterstrich Rock. „Wir wollen von Ihnen hören, was Sie von der Politik erwarten, um Ihre Bildungsarbeit leisten zu können. Kindertagesstätten sind Bildungsorte, es ist hier, wo die Grundlagen für echte Chancengerechtigkeit gelegt werden. Wir wollen in der nächsten Legislaturperiode 750 Millionen Euro zusätzlich in frühkindliche Bildung investieren und ca. 7.000 Erzieherinnen und Erzieher neu einstellen. Und so lange wir jeden Euro benötigen, um Qualität zu erzielen, ist Kostenfreiheit der falsche Weg. Bildung braucht ein Budget.“

„In Kita und Grundschule kommt die Gesellschaft zusammen wie später nie mehr im Leben“, betonte Knell. „Deshalb ist es für unsere Zukunft so entscheidend, dass hier alle gut lernen zu spielen, zu forschen, Wissen zu erlangen, und dass sie dabei Gemeinschaft und Geborgenheit erleben dürfen.  Deshalb wollen wir bei unseren Investitionen an jedes einzelne Kind und seine Bedürfnisse denken. Wenn es dem Einzelnen gut geht, geht es auch der Gesellschaft gut.“