Kita-Tour in Darmstadt

Arbeit & SozialesBildung & SchuleFamilie & Kinder18. Oktober 2018

Globalisierung in Unternehmenskita Alltag und Wirklichkeit

  • René Rock, Vorsitzender der FDP-Fraktion im Hessischen Landtag, besucht zusammen mit dem FDP-Landtagskandidaten die Mercksche Kindertagesstätte in Darmstadt
  • Darmstädter Familienkonzern unterstützt Eltern über Trägerverein der Familie Merck in ihrer Work-Life-Balance
  • Roadmap für frühkindliche Bildung entwickelt

DARMSTADT – René Rock, Vorsitzender der FDP-Fraktion im Hessischen Landtag, hat am 11. Oktober 2018 zusammen mit dem Landtagskandidaten für Darmstadt-Stadt I, Felix Letkemann, mit der Merckschen Kindertagesstätte eine der traditionsreichsten betrieblichen Einrichtungen ihrer Art in Deutschland besucht. Gemeinsam mit der Vorsitzenden des Trägervereins der Familie Merck, Karin Kraft, und Kita-Leiterin Heike Eckelhöfer diskutierten Rock und Letkemann die besonderen Herausforderungen einer privat organisierten Trägerschaft, die Bedeutung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie den Mangel an Kita-Plätzen und hoch qualifizierten Erzieherinnen und Erziehern.

Rock zeigte sich vom Engagement der Familie Merck für die Mitarbeiter des Darmstädter Wissenschafts- und Technologieunternehmens beeindruckt. Mit Interesse informierten sich Rock und Letkemann auch über die Internationalität von Eltern und Kindern. „Die globalisierte Welt von Industrie und Forschung ist in Ihrer Kita Alltag und Wirklichkeit. Sie unterstützen hier mit großem Einsatz und persönlicher Fürsorge das Wohl der Kinder und deren Eltern, die so Familie und Beruf besser vereinbaren können“, sagte Rock. „Familie und Unternehmen sind in jeder Hinsicht vorbildlich, und das zeigt mir einmal mehr, wie wichtig die Vielfalt in Hessens Kitas ist. Deshalb kann es auch nicht ein einheitliches Gesetz für ganz Hessen geben. Aber Politik kann die richtigen Rahmenbedingungen dafür schaffen, dass Zuwendung und Qualität endlich überall die hohen Standards erreichen, die Hessen verdient hat.“

„In Hessen fehlen 7.000 Erzieherinnen und Erzieher, 10.000 Kitaplätze und 20.000 Krippenplätze“, unterstrich Rock. „Die FDP hat eine Roadmap für die frühkindliche Bildung entwickelt und Handlungsfelder definiert, mit denen wir den Mangel an Erziehern und Plätzen schrittweise beheben und auf eine neue Qualitätsebene kommen wollen.

1.      Wir wollen auf Landes-, Kreis- und Kommunenebene Elternbeiräte für Kitas einführen, damit Eltern ihre Anliegen und Interessen besser zur Sprache bringen können

2.      Wir wollen das Wahlrecht der Eltern beim Betreuungsort ihrer Kinder dadurch stärken, dass das Land pauschal die Kosten dafür übernimmt, wenn ein Kind in einer anderen Kommune als am Wohnort, z.B. am Arbeitsort der Eltern, in eine Kita geht.

3.      Wir wollen intensiv in die Qualität investieren, von der Freistellung der Leitung, mehr Vorbereitungszeit, einem verbesserten Gruppenschlüssel bis zu einer höheren Qualitätspauschale, die den Kitas selbst überlässt, was sie in der Sachausstattung benötigen und anschaffen wollen. In diesem Zusammenhang wollen wir den Zuschuss des Landes pro Kind von 100 € auf 300 € erhöhen.

4.      Wir überlegen, wie bei einem dualen Studium Praxis und Theorie von Anfang an zu verbinden, und damit schon während der Ausbildung den Erzieherberuf auch finanziell attraktiver zu machen.  Die praxisintegrierte Ausbildung ist der richtige Weg, um neue Potenziale für den Erzieherberuf zu erschließen

5.      Wir planen die Wiedereinführung der qualifizierten Schulvorbereitung, damit der Übergang von Kita zur Schule gelingt und die Fachkräfte in Kita und Schule voneinander lernen können.“

„Insgesamt handelt es sich um ein Investitionsprogramm für die frühkindliche Bildung in Hessen von insgesamt 760 Millionen Euro. Qualität ist wichtiger als Kostenfreiheit. Sollten wir nach der Landtagswahl am 28. Oktober 2018 mit am Verhandlungstisch sitzen, werden wir versuchen, so viel wie möglich davon umzusetzen. Das Land soll die Kommunen als Bildungsplattform unterstützen. Denn von der Vereinbarkeit von Familie und Beruf und den daraus resultierenden Steuereinnahmen profitieren vor allem Bund und Land, nur 15 % davon kommen bei den Kommunen an. Die tragen aber 85 % der Bildungsausgaben“, schloss Rock.