Mobbing an Hessens Schulen

Bildung & SchuleDigitales24. April 2018

  • Erschreckende Erkenntnisse aus einer Umfrage
  • Landesregierung legt die Hände in den Schoß
  • Thema muss im Schulunterricht behandelt werden 

WIESBADEN – „Es ist erschreckend zu lesen, dass rund 27 Prozent der hessischen Schülerinnen und Schüler schon einmal Opfer von Mobbing rund um den Schulunterricht waren“, erklärte der Fraktionsvorsitzende und sozialpolitische Sprecher der FDP-Fraktion im Hessischen Landtag René ROCK heute anlässlich der heute bekannt gewordenen Ergebnisse einer Online-Umfrage der Landesschülervertretung.

„Seit Jahren ist das Problem bekannt – aber die Landesregierung tut nichts, um Abhilfe zu schaffen“, so Rock. Mit den digitalen Medien greife vor allem das Cybermobbing in nicht geahntem Ausmaß um sich. „Schwarz-Grün nimmt das Thema auf die leichte Schulter und versetzt damit den Opfern einen weiteren Stoß“, sagte Rock.

„Nach einer Fraktionsanhörung im Jahr 2014, bei der wir auch den Vertreter des Bündnisses gegen Cybermobbing zu Gast hatten, der uns die erste Studie zum Cybermobbing an Schulen vorstellte, haben wir das Thema immer wieder im Landtag auf die Tageordnung gesetzt –  ohne Erfolg. Die Landesregierung stellt sich taub. Schon zu dieser Zeit waren bundesweit fast ein Viertel der Schülerinnen und Schüler betroffen. Nun hat die Landesschülervertretung erhoben, dass in Hessen mehr als ein Viertel der Schülerschaft schon einmal von Mobbing betroffen waren.“

Der FDP-Fraktionschef fordert daher die Landesregierung auf:

  • die Förderung der Sozial- und Medienkompetenz verbindlich in den Schulunterricht aufzunehmen
  • das Thema Mobbing/Cybermobbing/Medienbildung verbindlich in die Lehreraus- und -fortbildung zu integrieren
  • alle parallel bestehenden Präventionsmaßnahmen in einem Ministerium zu bündeln und dort auch eine zentrale Anlaufstelle zur Krisenintervention einzurichten

Rock abschließend:

„Wir schließen uns deshalb ausdrücklich der Forderung der Landesschülervertretung an, mehr auf diesem Feld zu tun und auch Hilfe im Ernstfall anzubieten. Es darf nicht sein, dass unsere Kinder Schule als ungeschützten Raum erfahren und psychisch sowie physisch Schaden nehmen.“