Personalsituation in der Altenpflege

Arbeit & SozialesBildung & Schule22. November 2017

  • Verbindlicher Personalschlüssel beseitigt keinen Fachkräftemangel
  • Das neue Pflegestärkungsgesetz muss finanziell unterfüttert werden
  • Pflegeeinrichtungen und Pflegekräfte kämpfen mit denselben Problemen

Anlässlich der heutigen Plenardebatte über Personal und Qualität in der Altenpflege erklärte René ROCK, sozialpolitischer Sprecher und Vorsitzender der FDP-Fraktion im Hessischen Landtag: „Verbindliche Personalschlüssel in der Altenpflege zu fordern ist einfach und macht sich in der Öffentlichkeit immer gut. Doch wie so oft bringt es auch hier wenig, das Problem nur eindimensional zur Kenntnis zu nehmen und mit einfachen Lösungen aufzuwarten.

Die aktuellen Herausforderungen in der Altenpflege sind vielschichtig: so führt nicht nur die demografische Entwicklung sondern auch der neue Pflegebedürftigkeitsbegriff und die damit einhergehenden neuen Pflegestufen zu einem immer höher werdenden Personalbedarf. De facto stehen uns aber trotz gesteigerter Ausbildungszahlen und einer Zunahme von Pflegefachkräften aus anderen Ländern die dafür notwendigen Pflegekräfte noch immer nicht zur Verfügung. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit bleiben entsprechende Stellenangebote im Bundesdurchschnitt 123 Tage vakant.

Ein neues Bemessungssystem für einen Personalschlüssel ist deshalb von zwei Faktoren abhängig: von ausreichendem Personal und einer ausreichenden Finanzierung der Folgen des veränderten Pflegebedürftigkeitsbegriffs, der zurzeit finanziell noch gar nicht unterfüttert ist.

Unter dieser Situation leiden sowohl die stationären Pflegeeinrichtungen, die wirtschaftlich schwer zu kämpfen haben und all diejenigen, die sich Tag für Tag in diesem anstrengenden Beruf aufreiben. Da helfen die vermeintlichen Allheilmittel der Linken wie Mindestlohn und Bürgerversicherung auch nicht weiter.“